DMEXCO - Digital Marketing Expo & Conference

Zum lockeren Einstieg an Tag 1 haben sich vier Entscheider*innen aus Agenturen und Unternehmen gefragt “Wie viele Agenturen braucht der Kunden-Mensch?”. Thematisiert wurden Full Service und Spezialagenturen sowie In-house Lösungen. Da Kunden unterschiedliche Ansprüche, Arbeits- und Denkweisen und schlussendlich auch unterschiedliche Budgets haben, ist die Entscheidung immer individuell zu betrachten. Kleine Unternehmen geben meist die Gesamtleistungen an eine Agentur ab. Die Agentur hat den Gesamtüberblick, der Kunde profitiert vom Full Service und muss sich wenig kümmern. Bei mittelständischen und großen Unternehmen werden die Leistungen tendenziell eher auf verschiedene Spezialagenturen verteilt und Teilbereiche In-house vergeben. In Zeiten, in denen Kunden vieles selbst lösen (möchten) und Unternehmen Mitarbeiter*innen hinsichtlich In-house-Lösungen schulen, verlagert sich auch der Leistungsfokus der Agenturen. Bis vor einigen Jahren haben Agenturen – speziell im digitalen Bereich - Lösungen entwickelt, dem Kunden vorgestellt und diese dann umgesetzt. Inzwischen entwickeln wir mit dem Kunden gemeinsam Lösungen, die dann in enger Zusammenarbeit umgesetzt wird und ebenso stehen wir insbesondere in den Bereichen SEO/SEM/SEA beratend und unterstützend zur Verfügung. So unterstützen und stärken auch wir bei BKM unsere Kunden aktiv durch Workshops und Schulungen, beispielsweise beim Thema Digitale Präsenz. Als Agentur haben wir den Weitblick in der Branche, das Wissen zu neuen Technologien, den fast täglichen Änderungen der Anforderungen im digitalen Bereich und natürlich die Fachexpertise zur Umsetzung. Speziell letzteres kann der Kunde oftmals nicht selbst leisten.  

Anne Stilling (Digital Brand Communication & Media) von Vodafone hat das ganz passend formuliert:  

“Die schlimmste Erkenntnis bei Umstellung auf In-house war, dass Automatismus gar nicht die all-singing, all-dancing machine ist, wie ich das mir vorgestellt habe. Das sind ja alles Datentabellen, den ganzen Tag Excel hier, Excel da.” 

Hinter der übersichtlichen Darstellung einer umfangreichen Tabelle auf der Webseite steckt halt doch oft mehrtägige Entwicklungsarbeit und eine tiefe Datenbankstruktur.  

Gleiches gilt für die Digitale Präsenz.  

Um in den Google Suchergebnissen oben zu erscheinen, gehört weit mehr als eine gute Webseite und ein gepflegtes Google-Profil. Das Suchverhalten und die Ansprüche der User haben sich enorm geändert. So wird beispielsweise nicht mehr nach Keywords, sondern nach Antworten gesucht. Gleiches gilt auch für die Sprachassistenten, wo früher nach “Drogerie Köln” gesucht wurde, wird heute nach “Wo ist der nächste dm in meiner Nähe?” gefragt. Der Algorithmus mit dem Google die Suchergebnisse ausgibt wird fortlaufend angepasst. Bewertungen werden immer wichtiger für die local SEO. Im Vortrag “Digital wird Lokal” wird davon gesprochen, dass 76 % der User, die bei Google auf “Wegbeschreibung” klicken, binnen 48 Stunden im local store gewesen sind. Das ist eine enorme Zahl. Im Umkehrschluss heißt es, wenn das eigene Profil nicht optimiert ist und die local SEO nicht stimmt, verpasst das lokale Unternehmen an dieser Stelle die Chance, Kunden online abzuholen. 

Wie steht es um Ihr local SEO? Kontaktieren Sie uns gerne! 

Ein Großteil der Suchanfragen erfolgt mobil und von überall. Doch wie können wir dem anspruchsvollen User geben, was er erwartet – und was erwartet er?  

In erster Linie geht es darum, dass der User seine Antworten auf direktem Wege und schnellstmöglich bekommt. Neben local SEO und der Verwendung von strukturierten Daten, ist die Ladezeit ein ausschlaggebendes Kriterium dafür, ob der User – beispielsweise bei einem Shop – zum Abschluss kommt. Braucht die Seite länger als eine Sekunde zum Laden, kommt es zu Abbrüchen und der User entscheidet sich möglicherweise gegen einen Impulskauf.  

Mobile Optimierung – surfen auch ohne Netz? 

Im besten Fall erfolgt die mobile Optimierung so, dass auch in Funklöchern, die Webseite, das Einkaufserlebnis, weitergeführt werden kann. Umsetzen lässt sich das beispielsweise mit Progressive Web Apps (PWA). Ganz kurz gesagt sind PWAs Webseiten mit App-Gefühl. Daten können offline zur Verfügung gestellt werden, Push Notifications können gesendet werden und bereits aufgerufene Daten werden im Hintergrund gespeichert und stehen beim nächsten Aufruf ohne Verzögerung zur Verfügung. 

Eine weitere Möglichkeit, Webseiten mobil besonders schnell zu laden, ist die Entwicklung mit AMP. Hier werden die Inhalte bereits geladen bevor die Seite geöffnet wird. Interessant ist, dass AMP (Accelerated Mobile Pages) nicht mehr nur “beschleunigte mobile Seiten” sind. Inzwischen steckt hinter AMP ein großes Framework, mit dem ganze Webseiten mit Bildslidern, Kalendern etc. entwickelt werden können. 

Und wie sieht es mit der Online-Werbung aus? 

Machine learning und Fullistic - Künstliche Intelligenz in der Suche. Die User haben sich geändert, den typischen User gibt es längst nicht mehr und es darf nicht mehr ausschließlich nach soziodemografischen Daten entschieden werden, wer ein User ist. Würden wir nur danach gehen, sind Ozzy Osbourne und Prince Charles eine Person. Alter, Geburtsort, Urlaubsort, Hundeliebhaber, Anzahl der Kinder und Scheidungen sind identisch. Dennoch sind die beiden grundverschieden. Im neuen Fullistic Ansatz von Google werden sehr viel detailliertere Merkmale von Usern bei der Ausspielung von Google Ads berücksichtigt. Mithilfe von maschine learning werden über Smart Bidding Online-Kampagnen automatisiert.  

Ein ganz kleines Beispiel: Für eine Anzeige werden mehrere Varianten von Titeln und Beschreibungstexten hinterlegt. Google generiert daraus eine auf den Benutzer zugeschnittene Anzeige, indem die hinterlegten Daten miteinander kombiniert werden. Als Beispiel: Das Sportgeschäft schaltet eine Anzeige mit Ziel, dass der User die Webseite besucht. Hinterlegt wird ein Beschreibungstext und zwei verschiedene Titel “Ihr Fachgeschäft für Fußballtrikots” und “Ihr Fachgeschäft für Handball”. Daraus werden per Google Bidding zwei Anzeigen generiert. Sucht der User nach “Sportgeschäft” und weiß Google, dass der User sich für Fußball interessiert, wird ihm die Anzeige mit der Fußballtrikot-Headline angezeigt, der Handballer bekommt entsprechend die Handball-Anzeige gezeigt. Beide User werden in ihrem Interesse angesprochen und besuchen die Webseite.  

Skaliert man das in der Anwendung, werden unzählige Kombinationen aus Anzeigen für deine Kampagne automatisiert generiert. Schlussendlich heißt das: Mehr Zeit für andere Aufgaben.  

Und wo wir gerade bei KI sind. Wie steht es eigentlich um die Digitale Ethik? Wie können wir im machine learning Diskriminierung durch Algorithmen vorbeugen? Sie merken schon: Viele interessante Themen … aber das würde jetzt den Rahmen sprengen.  

Alles in allem waren es zwei sehr informative Messe-Tage mit vielen neuen Eindrücken. Wir sind auf die Entwicklung gespannt – und natürlich auch auf die DMEXCO im September nächsten Jahres. Der Termin ist bereits notiert. 

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